Direkt zum Inhalt

Bavaria Fiction dreht Doku über Aussteiger

Photo: Dirk Heuer

München - Bavaria Fiction dreht aktuell für 3sat eine 60-minütige Doku über Rabbi Akiva Weingarten und zeigt seinen harten Weg aus einer ultraorthodoxen Gemeinschaft in New York hin zu einem neuen, selbstbestimmten Leben als liberaler Rabbiner in Deutschland.

„Ultraorthodox: Der Kampf des Rabbi Akiva“ wird von Emanuel Rotstein produziert; gemeinsam mit Leon Spanier ist Rotstein ebenfalls Regisseur und Autor des Films. Verantwortliche Redakteure für das ZDF und 3sat sind Harald Hamm und Dirk Heihoff. Ausgestrahlt wird der Film am 6. März um 21:45 Uhr auf 3sat; vorab ist er ab dem 28. Februar in der 3satMediathek verfügbar. Alle Rechte außerhalb von Deutschland, Österreich und Schweiz liegen bei Bavaria Fiction.

Emanuel Rotstein, Produzent und Head of Documentaries bei Bavaria Fiction: „Unser Dokumentarfilm erzählt die bewegende Lebensgeschichte von Akiva Weingarten und seine Suche nach Freiheit und persönlicher Entfaltung. Die Folgen seines Austritts aus der ultraorthodoxen Gemeinschaft sind bis heute schwerwiegend. Wir werfen einen Blick auf den Kampf um seine Kinder und seine inneren Konflikte, aber zeigen auch zugleich die Vielfalt des jüdischen Glaubens, der Kultur und der Traditionen.“

Rabbi Akiva Weingarten: „Mir liegt das Doku-Projekt sehr am Herzen, da ich Aussteigerinnen und Aussteigern zeigen möchte, dass sie nicht alleine auf ihrem Weg sind und es Hilfe gibt. Gleichzeitig ist es mir sehr wichtig aufzuzeigen, mit welchen unglaublichen Hürden wir zu kämpfen haben, wenn wir uns für ein Leben außerhalb der ultraorthodoxen Gemeinde entschließen.“

Natalie Müller-Elmau, Senderchefin und Koordinatorin 3sat: „Der Film erzählt eine persönliche Lebensgeschichte und gleichzeitig etwas Universelles, nämlich was passiert, wenn man im Kampf für die eigene Freiheit mit Traditionen und Zwängen brechen muss. Wir geben solchen Geschichten mit außergewöhnlichen Protagonisten gerne Raum, denn hier werden existentielle Fragen ausgelotet – tiefgründig aber nicht kopflastig.“

Akiva Weingarten, geboren und aufgewachsen in einer ultraorthodoxen jüdischen Satmar-Gemeinde in New York, beschließt 2014, aus seiner Welt auszubrechen. Er flieht nach Deutschland und beginnt ein neues Leben in Freiheit. Doch seine Flucht hat einen hohen Preis: Weingarten muss seine drei Kinder zurücklassen. Ein langer und erbitterter Kampf um die Kinder beginnt. Er muss sich nicht nur gegen die juristischen Hürden, sondern auch gegen den Widerstand der ultraorthodoxen Gemeinschaft behaupten. Heute lebt Weingarten als Rabbiner in Dresden und ist Vorsitzender einer liberalen jüdischen Gemeinde, die sich für die Unterstützung von Aussteigern aus ultraorthodoxen Gemeinschaften stark macht und bei der beruflichen Integration in die moderne Gesellschaft hilft.